Die Gefahr der verlorenen Angst – Finale Literaturwettbewerb „Welt von morgen“

Die Gefahr der verlorenen Angst – Finale Literaturwettbewerb „Welt von morgen“

Wie sieht unsere Welt in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aus?

Als Kind empfand ich Zeit als etwas unfassbar Beängstigendes.  Sie schien so willkürlich zu vergehen und am Ende von ihr stand unausweichlich der Tod. Als ich circa 5 Jahre alt war, strahlte das ZDF den Film „2054“ aus. Ich fand den Film scheiße.Die Welt, die dort gezeigt wurde, war kalt, ohne Bäume und ganz offensichtlich auch mit ziemlich wenig Freude und Spaß versehen. Das Einzige, das ich als positiv empfand, waren die Armbanduhren mit denen man Hologramme projizieren konnte.

Heute will ich am liebsten gar nicht mehr in die Zeitung schauen.

Die Abholzung des Hambacher Forst macht Schlagzeile nach Schlagzeile – nun ist der Wald zumindest bis 2020 sicher. Tag für Tag sterben Flüchtlinge im Mittelmeer, ist doof, aber so wirklich interessieren, tut es auch niemanden.  Wenigstens fing gestern in der U-Bahn tatsächlich jemand an mit seiner Uhr zu reden…

Eigentlich sollten mich all diese Dinge mehr schockieren. Doch die gesellschaftliche Realität der letzten Jahre hat mich abgehärtet. Hat mich einen Panzer um mich herum errichten lassen, der das alles zwar schlimm und gruselig findet, aber es nicht mehr an meine innere Angst-Zentrale heran trägt. Diese Einstellung ist gefährlich und das einzige Mittel gegen sie ist über sie zu reden, zu schreiben.

Diese Aufgabe hatte die Zeitung „Die Welt“ vor einiger Zeit  jungen Autor*innen gegeben, in dem sie von ihnen Texte wollte, die sich mit unserem Leben im Jahre 2028 befassen. Die finale Auswahl wurde nun getroffen, darunter befindet sich auch mein Text „Die Sache mit dem Fragen“, den man bei der Welt online nachlesen kann.  Mein Text beschäftigt sich mit genau jener gefährlichen Akzeptanz der rassistischen, xenophoben und nationalistischen Bewegungen in der sich ein Großteil der Gesellschaft momentan befindet und wie diese Einstellung uns bereits in zehn Jahren ins Verderben stoßen kann.

Wer Lust hat, meinen Text zu lesen, kann das hier tun. Bis zum 14. Oktober 2018 geht auch noch die Online-Abstimmung bei der jeder, ohne Anmeldung, mitmachen kann.

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